Südmole und kein Ende des Verwirrspiels – doch der Fertigstellungstermin ist zwingend einzuhalten

Vor einigen Tagen konnten unsere Bürger in der Ostholsteiner Zeitung einen Artikel über die deutlich teurere Südmole lesen. Darin ist die Rede von 4,2 Mio. € statt 2,7 Mio. € Doch diese Ausführung ist nicht ganz richtig.
Zur Erinnerung: Am 23.10.2024 wurden im Werkausschuss die Kosten für die gekippte alte Variante auf 3,707 Mio. € beziffert. Da haben die Protagonisten die alten Kosten sich um eine Mio. € schöngerechnet. Die neuen Kosten wurden dafür von 4,108 Mio. € großzügig auf 4,2 Mio. € aufgerundet. Leider ist diese Darstellung falsch.
Ursprünglich sollte die Spundwandlösung sogar billiger sein als die Ausgangsplanung. Woher also die Mehrkosten?
Es wurde eine Schadstoffanalyse des Untergrundes der vorhandenen Mole erforderlich, die auch in der alten Variante fehlte.
Im Rahmen der Baugrundbewertung wurde festgestellt, dass wegen des härteren Untergrunds doppelt so starke Wandelemente verpresst werden müssen, damit diese sich nicht verziehen. Dadurch verlängert sich die Lebensdauer des Bauwerks aber auch um mehrere Jahrzehnte, was verschwiegen wurde.
Die Zu- und Abwasserleitungen werden jetzt frostsicher unter der Erde geführt. Bei der ursprünglichen Planung hätten diese Leitungen im Winter stets beheizt werden müssen, da sie offen unter der Ständerplatte verlegt werden sollten – dies erzeugt dauerhaft Betriebskosten und ist aus Ressourcen Reduzierung nicht ganz nachvollziehbar.
Teil der Kosten sind auch geplante neue Fischerhütten. Die Fischer haben mehrfach betont, dass sie nicht in geschmacklosen Containern sitzen, sondern ihre alten und liebevoll gepflegten Hütten behalten wollen. Die könnten, während der Arbeiten einfach versetzt werden. Allenfalls wären neue Dachziegel erforderlich. Auch solle das Netzlager überdacht werden.
Während die Spundwände nahezu wartungsfrei sind, fallen bei der gekippten Ständerplatte exorbitante Folgekosten an. Denn diese hätte zur Reduzierung von Schwell und als Unterfahrschutz für die Schiffe mit einer weit ins Wasser reichenden Holzverkleidung versehen werden müssen, die alle 5 – 10 Jahre zu erneuern gewesen wäre. Um eine Dimension dieser Kosten zu sehen, lohnt sich ein Blick auf die Kosten für den neuen Deckbelag des Steges J (ehem. HAPAG-Steg). Die genauen Zahlen liegen allen Gemeindevertretern vor. Die Kosten würden auf den Unterfahrschutz hochgerechnet (für zwei Stegseiten und die dreifache Länge der Planken) ohne Inflation und Zinsen Kosten von voraussichtlich mindestens 1.1 Mio. € verursachen. Diese Instandhaltungen hätten den Gemeindehaushalt dauerhaft immer wieder getroffen, da es hierfür keine Fördermittel gibt. Das so eingesparte Geld kann jetzt jeder auf die 80 Jahre Lebensdauer der künftigen Südmole hochrechnen. Was geschehen wäre, wenn die steigende Ostsee irgendwann den Boden der Ständerplatte erreicht, malen wir uns lieber nicht aus.
Auch die Kosten der Umplanung betrugen nicht wie behauptet 180.000 €. Denn in dieser Summe sind die bereits angefallenen Planungskosten für alle Varianten großzügig mit hineingerechnet worden.
Fazit:
Kosten für die alte Version 3,707 Mio. € ohne Schadstoffanalyse
Kosten für die alte Planung 100.000 €
Kosten für die neue Version 4,108 Mio. € incl. Schadstoffanalyse
Kosten für die Umplanung 80.000 €
Mehrkosten 381.000 €, dafür Schadstoffanalyse enthalten und eingesparte Instandhaltungskosten i.H.-v. über 1 Mio € alle 5-10 Jahre.
Aus der Sicht der WIP-Vertreter ist die Entscheidung zur Planänderung unabdingbar und wir sind froh, dass diese Fakten zu einer mehrheitlichen Befürwortung der Neuplanung geführt haben.
Jetzt ist es sehr wichtig den geplanten Fertigstellungstermin zu halten und den Umsetzungsfortschritt nicht unnötig zu verzögern, denn hier stehen die gesamten Fördermittel auf dem Spiel!
