Ersatzneubau einer Schwimmhalle in Laboe

Ersatzneubau einer Schwimmhalle in unserem Ostseebad Laboe – was wird eigentlich benötigt?

Untersuchungen im Variantenvergleich haben ergeben, dass in unserer Region ein nachweislicher Mangel an Schwimmbadkapazitäten für die Daseinsvorsorge besteht.

Besonders betroffen sind das Schulschwimmen sowie private Möglichkeiten zum Erlernen des Schwimmens. Dies wirkt sich wiederum auf die Ausbildung in verschiedenen Bereichen aus:

  • Rettungsschwimmer und Übungsleiter
  • Vereinsschwimmen
  • Ausbildung von Polizei und Feuerwehr
  • Soldatenausbildung im Rahmen der Zeitenwende

Die Fähigkeit, sich im Gefahrenfall über Wasser zu halten, ist gerade an der Küste eine unverzichtbare Basiskompetenz!

Zusätzlich fehlt es an Möglichkeiten für medizinisch-therapeutische Reha-Unterwasserbewegung und physiotherapeutische Angebote. Derzeit gibt es solche Angebote nur in Holm und – sehr eingeschränkt – im MARE.

Nicht erforderlich sind hingegen Spaßfunktionen und umfangreiche Saunabereiche. Laut Untersuchung ist die Nachfrage nach diesen Angeboten in der Region bereits mehr als gedeckt. Zudem wäre der Flächenverbrauch dafür zu hoch.


Was umfasst die Variante 4?

Die Kernkomponenten dieser Variante sind:

  • Sportbecken: vier Bahnen à 25 Meter mit Startblöcken
  • Warmwasser-Variobecken: 150 m² groß, mit Hubboden
  • Optional: Textilsauna und Dampfbadkabine

Mit einem vorsichtig kalkulierten Kostendeckungsgrad von 30 % weist diese Variante die beste betriebswirtschaftliche Bilanz aller Optionen auf. Die zugrunde gelegten Besucherzahlen wurden dabei konservativ geschätzt, sodass sie in jedem Fall realistisch erreichbar sind.


Warum entschied sich die Gemeindevertretung mehrheitlich für Variante 4A?

Alle A-Varianten sehen den alten Standort am Strand vor. Dieser bringt entscheidende Vorteile mit sich:

  • Baurecht ist bereits vorhanden → Kein Grundstückserwerb, keine Änderung des Flächennutzungsplans, kein neuer Bebauungsplan erforderlich
  • Kein zusätzlicher Untersuchungsaufwand → Keine Bodenuntersuchung, keine Munitionserkundung, keine Herausnahme der Fläche aus dem Landschaftsschutz notwendig
  • Kostenvorteil durch bestehende Strukturen → Die Gründungspfeiler und die Bodenplatte der alten Halle können voraussichtlich weiterverwendet werden.

Insgesamt sind die A-Varianten nicht nur kostengünstiger als Standortalternativen, sondern auch deutlich schneller realisierbar. Dadurch reduzieren sich Risiken und Zusatzkosten, die in den Kalkulationen als Risikozuschläge berücksichtigt wurden.


Warum nicht nur Daseinsvorsorge, sondern auch touristische Mitnutzung?

Eine monatliche Auswertung der Besucherzahlen der alten Schwimmhalle zeigt eine besonders hohe Nachfrage in den Monaten Juni bis August – also während der touristischen Hochsaison.

Eine reine Daseinsvorsorgenutzung würde bedeuten, dass die Halle in diesen Monaten weitgehend geschlossen bleibt (z. B. wegen Schulferien oder Wartungsarbeiten). Gleichzeitig wird die Bedeutung dieser Monate durch den Klimawandel weiter zunehmen, da nicht jeder Gast in der Ostsee baden möchte.

Allerdings wird kein reines Tourismusprojekt realisiert – die neue Schwimmhalle dient in erster Linie der Daseinsvorsorge und bietet zusätzlich eine sinnvolle touristische Ergänzung.

Mit einer neuen Schwimmhalle hat Laboe für seine Einwohner und Besucher „Mehr als Meer“!


Wird das wirklich so teuer?

Skeptiker argumentieren mit Kostenannahmen, die auf unrealistischen oder unvollständigen Berechnungen beruhen. Die verbreiteten Zahlen basieren auf Negativannahmen, die in dieser Form kaum vollständig eintreten werden.

Folgende Aspekte wurden in den bisherigen Kalkulationen nicht berücksichtigt:

  • Kein einziger Euro an Fördermitteln (EU, Land, Bund, Krankenkassen usw.)
  • Private Finanzierungsmodelle (Stiftungen, lebenslange Eintrittsrechte gegen Einmalzahlung, Crowdfunding, Namensverkauf, Werbeflächenvermarktung)
  • Unrealistische Finanzierungsannahmen: Es wird von einer vollständig kreditbasierten Finanzierung ohne Eigenkapital der Gemeinde ausgegangen. Dabei hätten Gemeinden oft bessere Kreditkonditionen als private Bauherren.
  • Fehlende Abschreibungsstandards: Eine Abschreibungszeit von 33 Jahren wurde angesetzt, obwohl 50 Jahre üblich wären.
  • Nicht einberechnete Personalkosteneinsparungen: Moderne Technik und KI bieten neue Optimierungsmöglichkeiten.
  • Mögliche Weiternutzung von Bauteilen (Gründung, Bodenplatte der alten Halle) wurde ignoriert.

Zusätzlich wird ein Vergleich mit der alten Halle auf Basis völlig unterschiedlicher Rechnungsmodelle gezogen: Die früheren Verluste wurden kameralistisch erfasst, während nun eine doppische Berechnung inklusive Abschreibung erfolgt. Damit werden Äpfel mit Birnen verglichen – und die Verluste erscheinen unnötig hoch.

Die operativen Kosten vor der Finanzierung belaufen sich auf ca. 500.000 € jährlich, bevor weitere Optimierungsmöglichkeiten genutzt werden.

Diese Kosten sind für eine funktionierende Daseinsvorsorge in der Region tragbar. Die zentrale Aufgabe besteht nun darin, alle verfügbaren Fördermöglichkeiten auszuschöpfen – auch auf EU-Ebene. Dies erfordert Engagement und den klaren Willen, die Umsetzung möglich zu machen.


Die WIP Laboe setzt sich für eine sachliche Information der Bürger ein und unterstützt das Ziel, auch die Umlandgemeinden für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Gemeinsam kann dieses Projekt ein Leuchtturm für die Lebensqualität in der gesamten Region werden!