Im Finanzausschuss am 07.11.24 bereicherte kurzfristig das Thema Hafenbörse die Tagesordnung. Was war die Ursache?
Wir erinnern uns, dass der Bürgermeister mit einer Planung beauftragt war, der Hafenbörse nach jahrelangem kostenträchtigen Leerstand neues Leben einzuhauchen. Die bereits beschlossenen Ideen ließen sich wegen der vorhandenen statischen Gegebenheiten leider nicht umsetzen. Daher schlug der Bürgermeister in einer der letzten Sitzungen als machbare Alternative die Unterbringung der Kleiderkammer und die Schaffung verschieden großer Büroeinheiten vor, um im Rathaus Laboe den „Dritten Ort“ mit Bücherei und Tourist-Info zu realisieren.
Doch dann kam letzten Monat aus unserer Grundschule der Hilferuf, dass zum Einschulungstermin 2025 so viele Grundschüler erwartet würden, dass zwei Schulklassen nicht mehr ausreichen, um den Platzbedarf zu decken. Die Grundschule Laboe muss kurzfristig dreizügig werden.
Damit unsere Gemeinde die Kinder nicht in Schulcontainern unterbringen muss, fiel das Augenmerk auf einen sehr kurzfristigen Auszug der Bücherei aus ihren 220 qm großen Räumen, die dann wieder zu zwei Klassenräumen rückgebaut würden. Aus der Rückrechnung der erforderlichen Bauzeit ergab sich schnell die zwingende Notwendigkeit, dass die Bücherei die bisher genutzten Räume bis spätestens 01.03.25 verlassen muss.
So kurzfristig ist aber der Rathausumbau mit einer Bücherei über zwei Etagen und einem Außenfahrstuhl nicht zu bewältigen. Damit kam unsere Hafenbörse ins Spiel.
Die dort vorhandenen 320 qm Gebäudefläche lassen entgegen der Rathausvariante eine deutliche Vergrößerung der Bücherei zu. Auch ist die Hafenbörse mit ihren Parkplätzen vor der Tür und ebenerdig gelegen per se behindertengerechter und somit besser für die Nutzung als Bücherei geeignet, als das Rathaus. Verständlicherweise war der Leitung der Bücherei daran gelegen, möglichst über die komplette Fläche allein verfügen zu können.
Damit aber wenigstens noch ein kleiner Teil des alten Konzepts erhalten bleibt, soll ein ebenfalls dringend nötiger Büroraum nebst einem Fraktionsraum mit einer Gesamtfläche von 50 – 60 qm in Trockenbauweise abgeteilt werden. Dies ist befristet geplant und könnte daher bei später höherem Raumbedarf immer noch der Bücherei zugeschlagen werden. Das ist aber alles nicht sofort zu entscheiden.
Was kostet nun das Ganze? Für die Ertüchtigung der Hafenbörse waren in diesem Jahr ohnehin 200.000 € eingeplant. Damit der enge Zeitplan gehalten werden kann, hatte der Finanzausschuss für das nächste Jahr weitere 200.000 € zu genehmigen.
Bemerkenswert war, dass diese Gedanken aus der laufenden Sitzung heraus in diszipliniertem und sachlichem Austausch gemeinsam entwickelt, abgewogen und in einer kurzen Sitzungsunterbrechung auch untereinander abgestimmt werden konnten.
Ergebnis war der mit sehr großer Mehrheit gefasste Beschluss, unter vorübergehender Abtrennung einer Teilfläche von 50 – 60 qm nunmehr die Bücherei bis zum 01.03.25 in den Räumen der Hafenbörse unterzubringen. Auch wenn damit ggf. nicht die maximalen Wünsche der künftigen Nutzer erfüllt wurden, ist dies doch ein guter Kompromiss.
